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kreuzbergstraße
7
66333 Völklingen

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Körperliche
und geistige Beweglichkeit

Körperliche
und geistige Beweglichkeit als passende
und - wörtlich - sinnvolle Reaktion
auf sich verändernde Lebensumstände
in jedem Alter - wer wünscht sich
das nicht! Feldenkrais® entschleunigt
und belebt zugleich, verhilft zu klarer
Körperorganisation, Orientierung im
Raum, zu funktionaler Beweglichkeit und
Stabilität. Nach und nach können
Sie dem Schmerz den Rücken kehren.
Mit leichten, ungewöhnlichen Bewegungen hilft Feldenkrais®,
eingefleischte (Bewegungs-)-Gewohnheiten aufzulösen und
neue Muster zu entwickeln. Diese Bewegungslehre und somatische
Lernmethode nach dem israelischen Atomphysiker, Kampfsportler
und Forscher Dr. Moshé Feldenkrais ist hilfreich bei
Haltungsproblemen, Bewegungseinschränkungen, Stress und
Schmerzen. Sie steigert die Lernfähigkeit, die Konzentration
und die Kreativität und ermöglicht das Bewusstwerden
von einengenden Gewohnheiten und Sichtweisen.
Insbesondere Kindern hilft die Methode, spielerisch ihr Aufmerksamkeitspotenzial
zu entdecken und ihre motorische Entwicklung zu fördern.
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Qualität
und Quantität

Qualität
statt Quantität, Bewußtheit und Gewohnheit.
Dehnen, Strecken und Training im Sinn automatisierter vielfacher Wiederholungen
sind bei Feldenkrais® nicht gefragt. Angesagt bei dieser Art von
Bewegung ist vielmehr der Gebrauch und die Erweiterung einer dem Menschen
ureigenen Eigenschaft: der Bewusstheit.
Dr. Moshé Feldenkrais: "Wenn du weißt, was du
tust, kannst du tun, was du willst."
Feldenkrais® setzt da an, wo Selbstveränderung beginnt: Im
Kopf. So verschafft sich, wer die Methode praktiziert, nicht nur den
ersehnten und oft vergessenen Bewegungsspielraum durch bewusst ausgeführte,
leichte Bewegungen, oft am Boden liegend. Wesentlich verhilft die Methode
auf diese Weise zum Lernen und Einüben von „Bewusstheit
durch Bewegung“. - Und über die Neuorganisierung der entsprechenden „Verdrahtungen“ im
Gehirn wiederum zu tatsächlich nachhaltiger Verbesserung von Bewegung.
M.F. zur Rolle der Bewusstheit: „Systematik und Bewusstheit
sollten einem jeden ein Mittel sein, sämtliche Gebiete menschlicher
Tätigkeit prüfend zu überblicken und sich den Platz
zu finden, der seiner Art entspricht und auf dem er frei atmen und
handeln kann.“
Der Kern dieser Art von lernen ist das Wahrnehmen feiner Unterschiede.
Unsere Gehirne lieben Veränderung und das Gewahrwerden derselben.
Unterschiede wahrnehmen im eigenen Tun heißt lernen. So lernt
ein Baby. Es probiert alle möglichen Varianten seines Handelns.
Es erkundet die leichten, angenehmen ebenso wie die umständlichen.
Lernen und spielen sind eins.
Im Lauf unseres Lebens verliert sich diese Art des Lernens, Forschens,
Erkundens oft. Lebensgewohnheiten und erpobte Verhaltens- und Bewegungsmuster
nehmen deren Platz ein. Das macht zum einen Sinn. Wir würden verrückt,
wenn wir auf Gewohnheiten verzichten müssten und jedesmal neu
durchdenken, wie wir ein Auto starten, eine Kaffeemaschine bedienen
oder eine Treppe hinuntersteigen.
Kommt es jedoch zu Veränderungen in den Lebensbedingungen - und
das geschieht vielfach durch veränderte Tätigkeiten, durch
Krankheiten, durch veränderte Beziehungen, Ortswechsel usw. -
dann erweisen sich eingefleischte Gewohnheiten als Hindernisse für
Weiterentwicklung. Es sei denn, sie werden erkannt und genutzt für
die Entwicklung neuer und passender Lösungen. Dabei hilft Feldenkrais®.
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Ein
Erfahrungsbericht

Eine
gewöhnliche und zugleich seltsame Entdeckung
machte ich mit ungefähr fünfunddreißig.
Die Knie zitterten mir beim Kletterwandern am Meer
entlang. Unsicherheit und Ängstlichkeit machte
sich breit, ich merkte und war mehr erstaunt als
schockiert: „ich kann's einfach nicht mehr.“ Einen
konkreten Grund konnte ich nicht ausmachen, freilich,
ein langes Jahr hatte ich keine Gelegenheit zu
dieser Lieblings-Urlaubsbeschäftigung gehabt,
hatte ebensoviel Stress und Erfüllung im Job
und im Leben wie die meisten Leute auch. Nichts
besonderes.
Eigentlich
bin ich beweglich. Man hatte mich als Kind früh
in den örtlichen, kostengünstigen Turnverein
geschickt, da gab's Geräteturnen im Winter
und Leichtathletik im Sommer- eine unschätzbare
Prägung, wie ich heute weiß. Die erlernte
funktionale Beweglichkeit und Freude an Bewegung
konnte ich mir lange Jahre bewahren für den
Alltag, auch als ich jahrzehntelang keinen Sport
mehr trieb.
Ich
fand mich also damit ab, dass Felsenhüpfen „in
meinem Alter“ nicht mehr angesagt, womöglich
sogar kindisch war - und ließ es sein.
Inzwischen hatte ich mit dem Laufen begonnen, nachdem
mir ein „Glücksfall
von Arzt“ zur Mitgliedschaft im Lauftreff geraten hatte. Dort
konnte ich in mehr oder weniger ehrgeiziger Gemeinschaft nach und nach
lernen, eine Stunde und mehr zu joggen. Irgendwie.
Eine Reihe schmerzhafter Einschränkungen in Wechselwirkung mit
ständiger Arbeit am PC hatten mir mittlerweile die Lebensqualität
beeinträchtigt und ich war froh, mit knapp 40 Jahren wieder mit
Sport zu beginnen, noch dazu draußen und bei jedem Wetter.
Aber
auch das Laufen erwies sich als immer mühsamer.
Ehrlich, ich quälte mich ganz schön.
Und mit allem.
Gewohnt, nicht aufzugeben, dranzubleiben, durchzuhalten,
diszipliniert zu sein und mit einem starken Willen
ausgestattet (alles Eigenschaften,
die ich nach wie vor für wichtig und sinnvoll halte), merkte ich
lange Zeit den Holzweg nicht, auf dem ich ich mich bewegte.
Ich hatte mehr oder weniger aufgehört, nach dem „wie“,
nach der Qualität meines Handelns in Bewegung zu fragen. Maßstab
war tendenziell: entweder etwas funktioniert oder es funktioniert nicht.
Beziehungsweise etwas funktioniert „gut“ oder „schlecht“.
So lernte ich regelrecht ein verhängnisvolles Ausweichen vor Selbst-Verbesserung.
Zum
Glück ist Neugierde menschlich und angeboren...
… irgendwann beobachtete ich beim Laufen, dass eine winzige Änderung
in der Haltung des Kopfes, der Blickrichtung, des Kinns beim Laufen eine andere
Atmung nach sich zog, eine Aufrichtung und Entlastung des unteren Rückens.
Das Ganze fühlte sich leicht an.
Ziemlich ermutigt, systematisierte ich diese zufällige Beobachtung.
Begann bewusst wahrzunehmen, wie jeweils mit einer kleinen Veränderung
eines einzelnen Teils, zum Beispiel der Art, wie die Sohle den Boden
berührt, eine Änderung der ganzen Organisation einhergeht.
Noch weit entfernt von jeder wissenschaftlichen Untersuchung meines
Laufstils und ohne die geringste Ahnung von Feldenkrais® entdeckte
ich Möglichkeiten, unter denen sich das Joggen völlig unangestrengt
anfühlte – und viele andere Aspekte des Laufens.
Damit
hatte ich wohl ein wesentliches Prinzip kapiert:
taucht mir ein Hindernis auf, will ich's erst mal
wirklich konkret kennenlernen. Das ist ganz anders
und viel sinnvoller, als das Hindernis pauschal
zu beklagen und dann blind dagegen anzurennen -
oder aufzugeben.
Im nächsten Jahr begann ich wieder mit mit „Kletterwandern“ am
Meer.
Ein
paar Jahre später mit Feldenkrais® - nun
wollte ich's genau wissen. Während einer 4-jährigen
gründlichen Ausbildung zur Feldenkrais-Lehrerin
lernte ich, meine unmittelbare Erfahrung mit der
Feldenkrais-Lehre zu durchdringen, welche selbst
widerum eine untrennbare Wechselwirkung von theoretischen
Kenntnissen über funktionale Integration und über
Bewusstheit durch Bewegung mit praktischer, auf
das Individuum bezogene Anwendung darstellt.
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Feldenkrais
und Wellness

Feldenkrais® ist
keine Entspannungsmethode - obwohl die meisten
Leute während und nach einer Feldenkrais-Lektion
sehr entspannt sind. Warum ich das besonders betone?
Nicht nur deshalb, weil ich persönlich Feldenkrais® eher
als Abenteuer wahrnehme.
Ich finde, wir haben heute mit enormen gesellschaftlichen Belastungen
des Alltags zu tun. Dieser Alltag macht Leute auf unterschiedlichste
Weise kaputt, bringt die einen an den Rand der Erschöpfung, zwingt
die anderen zur Tatenlosigkeit - logische Konsequenz aus den gegebenen
gesellschaftlichen Verhältnissen.
Zugleich nimmt sich eine boomende Wellness-Industrie der geplagten
Menschen an. Sie kommt dem berechtigten Verlangen nach Entspannung
und Ruhe inzwischen auf eine ebenso professionelle wie profitträchtige
Weise nach. Nichts gegen „mal abschalten“! Aber nun ganz
ketzerisch: Entspannung steht Veränderung immer dann im Weg, wenn
sie mit jener duldsamen Passivität verbunden ist, die man uns
gemeinhin gerne zubilligt.
Mein Fazit: in der Praxis hat Feldenkrais® eine Reichweite von
mentalem Wegdriften während einer Lektion bis hin zu hellwacher
schöpferischer Aufmerksamkeit. Alles ist „richtig“.
Das Prinzip der Methode ist jedoch immer das Lernen. Dafür schafft
sie entspannte Bedingungen. Geht dies nicht weit über das hinaus,
was wir von Entspannungsmethoden und „Wellness“ erwarten?


Bewegung
und Menschwerdung

"Der
Anteil der Arbeit an der Menschwerdung
des Affen" wurde schon gegen Ende
des 19. Jahrhunderts von Friedrich Engels
in seinem Werk „Dialektik der Natur“ untersucht: „...So
ist die Hand nicht nur das Organ der Arbeit,
sie ist auch ihr Produkt. Nur durch Arbeit,
durch Anpassung an immer neue Verrichtungen,
durch Vererbung der dadurch erworbenen
besonderen Ausbildung der Muskel, Bänder,
und in längeren Zeiträumen auch
der Knochen, und durch immer erneuerte
Anwendung dieser vererbten Verfeinerung
auf neue, stets verwickeltere Verrichtungen
hat die Menschenhand jenen hohen Grad der
Vollkommenheit erhalten, auf dem sie Raffaelsche
Gemälde, Thorwaldsensche Statuen,
Paganinische Musik hervorzaubern konnte...“
Damit erkannte er eine evolutionäre Entwicklungsrichtung, die
der „Handhabung“, der Bewegung selbst eine primäre
Bedeutung beimisst und die Entwicklung des menschlichen Gehirns, des
Geistes in untrennbaren Zusammenhang dazu stellt - eine Revolutionierung
des Denkens jener Zeit.
Nach Jahrhunderten der postulierten Vorrangigkeit des Geistes und der
Geringschätzung des Körpers, überhaupt des 'Materiellen',
ist gegenwärtig zwar wissenschaftlich die grundlegende Einheit
von Körper und Geist wieder unumstritten.
Jeder weiß, dass oft die Psyche mitspielt, wenn Rückenschmerzen
sich in Röntgenbildern als Bandscheibenschäden widerspiegeln.
Von einer wirklich dialektischen Einheit sind wir heute aber aus vielerlei
Gründen weit entfernt. Erst nach und nach erschließt sich
das weite Feld der Bedeutung von Bewegung für die Entwicklung
von mathematischem Verständnis, von Sprache, von sozialer Kompetenz
usw.
Moshé Feldenkrais war ein Vordenker der modernen Hirnforschung
und griff in seiner Methode die Rückwirkung von Bewegung auf die
Entwicklung des ganzen Menschen auf: „Dass wir für die
Verbesserung unser selbst die Bewegung wählen, hat folgende Gründe:
a) Das Nervensystem ist vorwiegend mit Bewegung beschäftigt....
g) Bewegung ist die Grundlage der Bewusstheit. Von dem, was in einem
vorgeht, bleibt ihm das meiste dumpf und verborgen, bis es die Muskeln
erreicht. Was in ihm geschieht, erfährt er, sobald seine Gesichtsmuskeln,
sein Herz oder seine Atmungsmuskulatur sich zu einer Gestalt organisieren,
die wir als Furcht kennen, als Lachen oder als sonst ein Gefühl....
Da nun die Strukturen im Gehirn, in denen Gefühle und Denken vor
sich gehen, der motorischen Region der Gehirnrinde sehr nahe sind,
und da im Gehirn Erregungen und Impulse dazu neigen, sich auszubreiten
und auf benachbarte Gewebe überzugreifen, wird eine drastische
Veränderung der motorischen Region parallele Wirkungen aufs Denken
und Fühlen haben. Eine grundsätzliche Änderung in der
motorischen Grundlage jeder beliebigen Integrationsfigur wird daher
den Zusammenhalt des Ganzen zerstören und dadurch dem Denken und
dem Gefühl den Halt entziehen, den sie an den Konfigurationen
oder Schemen ihrer einmal festgelegten Routine hatten. In diesem Zustand
ist es viel leichter, Änderungen im Denken und Fühlen herbeizuführen:
die Muskulatur, durch die einer sich seines Denkens und Fühlens
bewusst wird, hat sich geändert und drückt nun nicht mehr
die Ordnungsschemen aus, die ihm bis dahin geläufig waren. Gewohnheit
hat ihre stärkste Stütze, die Stütze der Muskeln verloren.
Jetzt lässt sie sich ändern.“
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- Seitenende -
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